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 Gedichte 2
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Gedichtsammlung Teil 2 mit 12 Gedichten :

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Kicherfritzen                              Erich Kästner

     

    Habt ihr das schon mal gemacht:

    ohne jeden Grund gelacht?

    Na wie steht's? Ich glaube sicher,

    daß ihr dieses Lachen kennt,

    das man allgemein Gekicher

    nennt.

     

    Wie entsteht so etwas bloß?

    Es entsteht nicht. Es geht los.

    Eben noch tat keiner mucksen.

    Fritz beginnt herumzudrucksen.

    Paul hat sich parterre gesetzt,

    denkt nichts Böses, hört sie juxen

    und bekichert sich zuletzt.

     

    Schließlich platzen sie vor Lachen.

    Und sie meckern wie die Ziegen,

    bis sie fast am Boden liegen.

    Und sie finden es zu dumm.

    Doch da läßt sich gar nichts machen,

    und sie meckern und sie lachen,

    und sie wissen nicht warum.

     

    Keiner sieht den andern an,

    denn sonst würde es noch schlimmer.

    Und das Kicher wird Gewimmer.

    Mutter sitzt im Nebenzimmer

    und bleibt ernst, so gut sie kann.

    Kichern strengt genauso an

    wie ein Tausend-Meter-Lauf.

     

    Und so leise, wie's begann,

    hört es auf.

 

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Großstadtabend                               Lisa-Marai Blum

     

    Schwer hat es die Dämmerung

    in der Stadt.

    Kaum schleicht sie herbei,

    schon hat

    das Licht überall

    ihre Schleier zerrissen.

    Und das Autogedröhn

    will von Stille

    nichts wissen.

    Sie kriecht auf die Dächer,

    verkriecht sich in Ecken.

    Aber wer Zeit hat,

    kann sie entdecken.

    Braucht nur am Küchenfenster zu stehn.

    Im Hof unten, sieht man

    die Schleier wehn.

    Und oft zeigt sie dir

    den strahlenden Stern,

    hoch über dem Schornstein,

    unendlich fern.

    Ihre Augen dunkeln.

    Sie scheut das Licht.

    Sei still, ganz still,

    wenn sie leise spricht

 

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Gemüseball                    Werner Halle

     

    Gestern abend auf dem Ball

    tanzte Herr von Zwiebel

    mit der Frau von Petersil.

    Ach, das war nicht übel.

     

    Die Prinzessin Sellerie

    tanzte fein und schicklich

    mit dem Prinzen Rosenkohl.

    Ach, was war sie glücklich!

     

    Der Baron von Kopfsalat

    tanzte leicht und herzlich

    mit der Frau von Sauerkraut;

    doch die blickte schmerzlich.

     

    Ritter Kürbis, groß und schwer,

    trat oft auf die Zehen.

    Doch die Gräfin Paprika

    ließ ihn einfach stehen.

     

    Heute abend auf dem Ball

    tanzt die Frau Melisse

    mit dem Herrn von Majoran,

    tritt ihm auf die Füße.

     

     

     

     

Frau von PetersilBild von Petersilewie? nicht übelHer von ZwiebelBildvon ZwiebelnPrinzessin SellerieB.v. SellerieglücklichPrinz Rosenkohl...Frau von SauerkrautSauerkrautschmerzlichBaron Kopfsalat...Gräfin PaprikaPaprikaließ ihn stehenRitter Kürbis..FrauMElissetritt ihm auf die FüßeHerr vonMajoran...

 

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Morgends früh um sechs                Unbekannt

     

    Morgends früh um sechs

    kommt die kleine Hex;

    morgends früh um sieben

    schabt sie gelbe Rüben;

    morgends früh um acht

    wird der Kaffeee gemacht;

    morgends früh um neune

    geht sie in die Scheune;

    morgends früh um zehne

    holt sie Holz und Späne;

    feuert an um elfe,

    kocht sie bis um zwölfe

    Fröschebein und Krebs und Fisch.

    Hurtig, Kinder, kommt zu Tisch!

 

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O ungerachenbere Schreibmischane          Josef Guggenmos

     

    O unberachenbere Schreibmischane,

    was bist du für ein winderluches Tier?

    Du tauschst die Bachstuben günz nach Vergnagen

    und schrögbst so scheinen Unsinn aufs Papier!

    Du tappst die falschen Tisten, luber Bieb!

    O sige mar, was kann ich dafür?

 

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lichtung                       Ernst Jandl

     

    manche meinen

    lechts und rinks

    kann man nicht velwechsern.

    werch ein illtum!

 

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Rätselgedicht                      Fritz Schmid

     

    1 Dorn im C verurs8 W,

    die Vlheit ist 1 Laster.

    Im WintR trinkt man gRne T,

    im HRbsT blüht die AstR.

     

    Die Q gibt Milch. Die Lstern gehn

    gar gRn auf Dieberei.

    Wer leise geht, geht auf den 10,

    1Glas kr8 leicht ent2.

     

    Bläst man auf dR TromPT Baß,

    so wackeln alle Wände.

    Zum Rnst wird oft 1 kleinR Spaß

    und alles hat 1 ND.

 

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Kleiner Streit              Hans Manz

     

    "Ich bin 2fellos größer als du",

    sprach zum Einer der Zweier.

     

    "3ster Kerl, prahle nicht so!"

    knurrte der größere Dreier.

    "Und ich!" rief da der Einer, "bin zwar der kl 1 te,

    aber dafür bestimmt auch der f 1 te."

     

    "Nein, mir gibt man sogar noch den Sch 0 er",

    piepste der Nuller.

 

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Nachricht vom Leben der Spazoren                       Peter Hacks

     

    Bei Asien gleich querfeldein,

    da leben die Spazoren.

    Die haben Rüssel wie ein Schwein

    und tellergroße Ohren.

     

    Von Tokio bis nach Athen

    gibts keine mehr wie diese.

    Man sieht sie bloß spazierengehn

    auf einer gelben Wiese.

     

    Sie haben Rosen angebaut

    wohl auf dem gelben Rasen.

    Sie schnobern am Lavendelkraut

    und pflückens mit den Nasen.

     

    Nie gibt es eine Hungersnot,

    und kein Spazor kann kochen:

    sie brauchen gar kein Abendbrot,

    wenn sie sich satt gerochen.

     

    Kommt dort einmal ein Regen vor,

    vielleicht auf einer Kirmes,

    dann heben sie das linke Ohr

    statt eines Regenschirmes.

     

    Und kommt ein harter Winter mal,

    und friert das Eis und prickelt,

    dann gehn sie, statt in einen Schal,

    ins rechte Ohr gewickelt.

     

    So brauchen sie zu darben nicht

    und brauchen nicht zu frieren

    und gehen ledig jeder Plicht

    spazoren, nein: spazieren.

     

    Einst kam ein Doktor hochgelahrt

    zum Lande der Spazoren.

    Sie wünschten ihm vergnügte Fahrt

    und winkten mit den Ohren.

 

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    Das große Schwindellied

    (Oder: Beweist mir mal das Gegenteil!)                      Hansjörg Martin

     

    Am Himbeerlimonadenfluß

    da hat mein Onkel Peter

    ein Haus aus rosa Zuckerguß,

    ja, so was hat nicht jeder!

    Die Fenster sind aus Sahneeis,

    das Dach ist Schokolade.

    Im Garten wächst (was keiner weiß),

    ein Busch mit Marmelade.

     

    Ein blauer Schirm steht stets bereit,

    das Häuschen zu beschützen,

    im Sommer, wenn es Bonbons schneit

    und auch vor Sonnenpfützen.

    Oft lädt mich Onkel Peter ein,

    dann singen wir bei Tische,

    und immer stimmen fröhlich ein,

    des Onkels goldne Fische.

     

    Die Fische leben quietschvergnügt

    im Dachfirst, wie die Tauben,

    und wer sie mal zu hören kriegt,

    der kanns fast gar nicht glauben!

    Das Häuschen ist jedoch nicht groß,

    sonst könnte ich dort wohnen.

    Es hat zweihundert Zimmer bloß

    mit Marzipanbalkonen.

 

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    Goldene Welt                    George Britting

     

    Im September ist alles aus Gold.

    Die Sonne, die durch das Blau hinrollt,

    das Stoppelfeld,

    die Sonnenblume schläfrig am Zaun,

    das Kreuz auf der Kirche,

    der Apfel am Baum.

    Ob er hält?

    Ob er fällt?

    Da wirft ihn geschwind

    der Wind in die goldene Welt!

 

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Schlaflied                  Anne Steinwart

     

    Hab keine Angst mein Kind

    Die Nacht tut nicht weh

    Keine Angst mein Kind

    Sie ist eine Fee

    Hab keine Angst mein Kind

    Sie streut Sterne und Träume

    Keine Angst mein Kind

    Sie wiegt Blumen und Bäume

     

    Hörst du mein Kind

    Hörst du den Wind

    Er tanzt auf dem See

    Hörst du mein Kind

    Er tanzt mit der Fee

    Mit der Nacht auf dem See

    Keine Angst

    keine Angst

 

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