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 Gedichte 3
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Gedichtsammlung Teil 3 mit 12 Gedichten :

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Das Leise und das Laute         Irina Piwowarowa

 

Und weißt du, zu uns,Und weißt du, zu uns,und weißt du, zu uns,und weißt du. zu uns,kommt ins Hauskommt zu Besucham Abendam MorgenetwasetwassehrsehrLeises.

Lautes.Und, glaubst du esEs bricht hereinoder glaubst du es nicht,durchs Fenster,es öffnet die Tür,es scheint,löscht das Lichtes singt,und befiehlt mir,und sagt mir:nicht mehr zu spielen,Jetzt singsondern stillUnd die Sonne tauchtim Bett zu liegen.

hinter mir auf.Das ist also das LeiseDas ist das Laute

 

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Der Mann im Mond                  Mascha Kaléko

     

    Der Mann im Mond hängt bunte Träume,

    die seine Mondfrau spinnt aus Licht,

    allnächtlich in die Abendbäume,

    mit einem Lächeln im Gesicht.

     

    Da gibt es gelbe, rote, grüne

    und Träume ganz in Himmelblau.

    Mit Gold durchwirkte, zarte, kühne,

    für Bub und Mädel, Mann und Frau.

     

    Auch Träume, die auf Reisen führen

    in Fernen, abenteuerlich.

    - Da hängen sie an Silberschnüren!

    Und einer davon ist für dich.

 

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Die Blätter an meinem Kalender           Peter Hacks

     

    Die Blätter an meinem Kalender,

    die sind im Frühling klein

    und kriegen goldne Ränder

    vom Märzensonnenschein.

     

    Im Sommer sind sie grüner,

    im Sommer sind sie fest,

    die braunen Haselhühner

    erbaun sich drin ihr Nest.

     

    Im Herbst ist Wolkenwetter,

    und Sonnenschein wird knapp,

    da falln die Kalenderblätter,

    bums, ab.

     

    Im Winter, wenn die Zeiten hart,

    hat es sich auskalendert.

    Ich sitze vor der Wand und wart,

    daß sich das Wetter ändert.

 

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    Warum sind Löwenzahnblüten gelb?           Reiner Kunze

     

    Warum sind Löwenzahnblüten gelb?

    Das weiß jedes Kind.

    Weil Löwenzahnblüten

    Briefkästen sind.

     

    Wer hat die Briefkästen aufgestellt?

    Die grasgrüne Wiese.

    Sie steckt in die Briefkästen

    all ihre Grüße.

     

    Wem werden die Grüße zugestellt?

    Das weiß jedes Kind.

    Briefträger sind

    Biene und Wind.

 

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Die Vögel warten im Winter vor dem Fenster           Bertolt Brecht

     

    Ich bin der Sperling.

    Kinder, ich bin am Ende.

    Und ich rief euch immer im vergangenen Jahr,

    wenn der Rabe wieder im Salatbeet war.

    Bitte um eine kleine Spende.

    Sperling, komm nach vorn.

    Sperling, hier ist dein Korn.

    Und besten Dank für die Arbeit!

     

    Ich bin der Buntspecht.

    Kinder, ich bin am Ende.

    Und ich hämmere die ganze Sommerzeit,

    all das Ungeziefer schaffe ich beiseit.

    Bitte um eine kleine Spende.

    Buntspecht, komm nach vorn.

    Buntsprecht, hier ist dein Wurm.

    Und besten Dank für die Arbeit!

     

    Ich bin die Amsel.

    Kinder, ich bin am Ende.

    Und ich war es, die den ganzen Sommer lang

    früh im Dämmergrau in Nachbars Garten sang.

    Bitte um eine kleine Spende.

    Amsel, komm nach vorn.

    Amsel, hier ist dein Korn.

    Und besten Dank für die Arbeit!

 

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Ich bin der Juli                                   Paula Dehmel

     

    Grüß Gott! Erlaubt mir, daß ich sitze.

    Ich bin der Juli, spürt ihr die Hitze?

    Kaum weiß ich, was ich noch schaffen soll,

    die Ähren sind zum Bersten voll;

    reif sind die Beeren, die blauen und roten,

    saftig sind Rüben und Bohnen und Schoten.

     

    So habe ich ziemlich wenig zu tun,

    darf nun ein bißchen im Schatten ruhn.

    Duftender Lindenbaum,

    rausche den Sommertraum!

    Seht ihr die Wolke? Fühlt ihr die Schwüle?

    Bald bringt Gewitter Regen und Kühle.

 

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Ein Stück Himmel                     Peter Helbich

     

    Wir sollten

    am Abend

    vor das Haus treten,

    tief die Luft einatmen

    und den Blick

    zum Himmel richten; dem Gesang des Vogels

    auf dem Dach lauschen

    und das milde Licht der Abensonne fühlen.

    Wir sollten

    beim Schließen der Türen

    nicht vergessen,

    etwas davon mit ins Haus zu nehmen,

    vor allem

    ein Stück des Himmels

 

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Apfelschimmel                     Hans Adolph Halbey

     

    Ein geapfelter Schimmel im Haus

    ist besser als ein verschimmelter

    Apfel, o Graus!

    Doch wenn ein Apfelschimmel

    einen Apfel frißt,

    gibt er acht, daß am Apfel

    kein Schimmel ist;

    später kann man den Apfel,

    zwar nicht mehr so schön,

    als Apfelschimmel- Apfel

    hinter dem Schimmel liegen sehn.

 

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Kniehang                             Joachim Ringelnatz

     

    Ich wollte, ich wär eine Fledermaus,

    Eine ganz verluschte, verlauste,

    Dann hing ich mich früh

    in ein Warenhaus

    Und flederte nachts und mauste,

    Daß es Herrn Silberstein grauste,

    Denn Meterflaus, Fliedermus,

    Fledermaus

    (es geht nicht mehr;

    mein Verstand läuft aus.)

 

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September                  Elisabeth Borchers

     

    Es kommt eine Zeit

    da hat die Sonne

    alle Arbeit getan

    die Äpfel sind rot

    die Birnen sind gelb

    und die Marktfrauen rufen

    Pflaumen schöne Pflaumen

     

    Es kommt eine Zeit

    da wird die Sonne müde

    und immer kleiner

     

    So klein wie eine Orange

    die nach Afrika zurückrollt

    wie ein Taler

    der von einer Hand zu andern wandert

    wie der Knopf

    vom Matrosenkleid

     

    So klein wird die Sonne, daß der Himmel sie nicht mehr halten kann

     

    Sie rollt übers Dach

    rollt hintern Berg

    jetzt kann sie keiner mehr sehen

 

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Was singt der Wind           James Krüss

     

    Was singt der Wind

    Was singt der Wind

    In den Telegraphendrähten?

    Muß fort geschwind,

    Mein Kind, meine Kind,

    Ich darf mich nicht verspäten!

     

    Was singt der Wind,

    Was singt der Wind

    In den Kastanienkronen?

    Wär ich nicht drauß

    Im Feld zu Haus

    Möcht ich in Kronen wohnen!

     

    Was singt der Wind,

    Was singt der Wind

    Am Bachesrand im Röhricht?

    Wer sich nicht wiegt,

    Wer sich nicht biegt,

    Der Bricht, und der ist töricht.

     

    Was singt der Wind,

    Was singt der Wind

    Am Abend in den Bäumen?

    Schlaf ein, mein Kind,

    Geschwind, geschwind,

    Und mögst du friedlich träumen!

 

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Der Papierdrachen                    Vera Ferra- Mikura

     

    Ich segle stolz in blauer Höh'

    und lache auf euch nieder.

    Wenn ich die Welt von oben seh',

    freut mich das Dasein wieder.

    Ein ganzes Jahr mußt' ich daheim

    in einem Winkel liegen.

    Nun aber darf ich glücklich sein,

    darf fliegen,

    fliegen,

    fliegen.

 

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